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Orthorexie (Orthorexia nervosa) |
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Orthorexie: Ursachen Der Begriff ist aus dem griechischen „orthos“ (richtig, korrekt) und „orexis“ (Appetit) zusammengesetzt und wurde im Jahr 1997 vom amerikanischen Arzt Steven Bratmann etabliert. Personen, die an Orthorexie leiden – wie Bratmann selbst für einige Jahre - haben das krankhafte Bedürfnis, sich ausschließlich gesund zu ernähren.
Mögliche Ursachen für die Ausbildung dieser Störung sind nach Expertenmeinung die Überflutung der Menschen mit ständig neue Ernährungsempfehlungen, Trends wie Rohkost, Veganertum oder Makrobiotik, sowie das Aufkommen diverser Lebensmittelskandale. Dies führe zu einer Verunsicherung der Verbraucher und der Angst, die Gesundheit durch „falsche“ Lebensmittel zu schädigen.
Jedoch liegen wie bei anderen Formen von Essstörungen die Ursachen oft im psychischen Bereich. Autor: Carolin Kopp Datum: 22. September 2009
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Orthorexie: Symptome Bei Orthorektikern steht – im Gegensatz zu Anorektikern (Magersüchtige) – nicht die Quantität sondern die Qualität der Lebensmittel im Vordergrund. Die Störung kann beispielsweise auch aus dem Vorhaben zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens oder zur Gewichts- reduktion hervorgehen.
Die Einteilung der Nahrung in „gute“ und „schlechte“ Lebensmittel wird mit der Zeit immer strikter, sodass irgendwann nur noch Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Mit einer konsequenten, bisweilen tagelangen Planung der Ernährung im Voraus und einer aufwendigen Zubereitung geht dann eine zunehmende soziale Isolation einher.
Häufig versuchen Orthorektiker auch, ihre Umwelt zu einer in ihrem Sinne gesunden Ernährung zu bekehren. Sie fühlen sich ihren Mitmenschen überlegen und erhöhen durch ihre übersteigerte Disziplin ihr Selbstwertgefühl.
Weichen Sie von ihrem Ernährungsplan ab, leiden sie unter tiefen Schuldgefühlen. Autor: Carolin Kopp Datum: 22. September 2009
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Orthorexie: Diagnose Ob Orthorexie vergleichbar mit Anorexie (Magersucht) und Bulimie (Ess-Brech-Sucht) als psychische Krankheit zu definieren ist, darüber ist sich die Wissenschaft noch uneins. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sie derzeit noch nicht in die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) aufgenommen.
Auch lässt sich bei diesem Ernährungsverhalten nicht zwangsläufig ein radikaler Gewichtsverlust oder andere Gesundheitsschäden diagnostizieren, weshalb sie von Ärzten bisher oft verkannt wird.
Für die Betroffenen bedeutet sie jedoch eine starke Einschränkung ihrer Genussfähigkeit und Lebensqualität. Autor: Carolin Kopp Datum: 22. September 2009
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Orthorexie: Behandlung Wenn die übertriebene Beschäftigung mit dem „richtigen“ Essen das Leben bestimmt, ist eine Behandlung generell anzuraten. Damit kann verhindert werden, dass die Betroffenen in eine schwere Form der Essstörung wie Anorexie oder Bulimie übergehen.
Als Behandlungsformen eignen sich beispielsweise verhaltenstherapeutische oder biographische Verfahren, bei denen die persönliche Lebenssituation der Patienten zu Beginn der Störung analysiert wird.
Wichtig ist es hierbei vor allem, die eigentlichen Hintergründe für das zwanghafte Verhalten zu ergründen. Dies kann beispielsweise der Versuch sein, Ängste oder ein mangelndes Selbstwertgefühl auszugleichen. Autor: Carolin Kopp Datum: 22. September 2009
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Orthorexie: Prognose Für den Erfolg der Behandlung ist das Erkunden der eigentlichen Hintergründe des gestörten Essverhaltens von entscheidender Bedeutung.
Werden diese erfolgreich therapiert, bestehen gute Chancen, dass auch die Essstörung überwunden wird. Autor: Carolin Kopp Datum: 22. September 2009
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Orthorexie: Vorbeugung Besteht der Wunsch, die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu ändern, sollte die Umstellung allmählich erfolgen. Das Vorhaben, auf bestimmte Lebensmittel gänzlich zu verzichten, lässt sich meist nur für kurze Zeit durchhalten.
Stattdessen sollte man sich eine ausgewogene, reichlich - aber eben nicht nur - Obst und Gemüse enthaltende Ernährungsweise angewöhnen und „kleine Sünden“ von Zeit zu Zeit erlauben.
Bei Kindern und Jugendlichen spielt zur Vorbeugung – wie bei allen Essstörungen – der Umgang mit der Ernährung innerhalb der Familie eine große Rolle. Die Zubereitung von gesunden Nahrungsmitteln, gemeinsames Essen und eine Besprechung von Ernährungstrends und Lebensmittelskandalen auf rationaler Ebene können hierfür besonders wichtig sein. Weitere Informationen
Online- Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Online- Informationen des Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Autor: Carolin Kopp Datum: 22. September 2009 Quellen: Grösch- Freudenthal, S., Licht, C.: Schönheitsideale im Wandel der Zeit – Essstörungen. Präventionsmaßnahmen und Aspekte der Gesundheitsförderung. GRIN, München 2007 Reich, G., Götz-Kühne, C., Killius, U.: Essstörungen. Magersucht, Bulimie, Binge Eating. Trias, Stuttgart 2004 Online- Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) (Stand: September 2009) Online- Informationen des Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Stand: September 2009)
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Orthorexie;Essstörung;Orthorexia nervosa;Psyche;Ernährung |
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